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Daten in der Cloud – Onlinespeicherdienste im Vergleich

Fast alle Internetnutzer benutzen die Cloud, aber nur wenige sind sich dessen bewusst. Egal ob es sich nun um Videos, E-Mails, Kalender oder andere Onlinespeicher handelt, vieles wird automatisch in der Cloud abgelegt.

Durch die Vielzahl von Services, Konten und Daten und der Unachtsamkeit im Umgang damit, wird es für Kriminelle immer einfacher an private und unter Umständen sensible Daten zu gelangen. Es geht hierbei nicht nur um Facebook, Twitter, Flickr, etc., sondern auch um Ihre „privaten“ E-mails, Ihre „privaten“ Kontodaten und viel mehr.

Bisher schien es so, als würde man, sobald man seine persönliche Zugangsdaten im Netz eingegeben hat, die Daten nur für sich zugänglich gemacht zu haben. Doch leider ist es oft nicht mehr so. Es war den meisten zwar bewusst, dass auf Verdacht der Kriminalität auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene zwar andere Gesetze gelten, aber nicht dass man durch Unachtsamkeit und Naivität in der heutigen Zeit tatsächlich mit seiner Unterschrift für diverse Internet- und Telekommunikationsanbieter seine Privatsphäre aufgibt.

Die Risiken – Alles um und in der Cloud

Die Cloud gibt es eigentlich schon seit der Frühzeit des Internets und mit der Einrichtung eines Emailkontos greift auch so ziemlich jeder auf einen Cloudservice zurück. Zugegeben, der ursprünglich Gedanke die „Cloud“ zu entwickeln, um auf gespeicherte Daten jederzeit und überall zugreifen zu können ist durchwegs eine attraktive Idee und praktische Entwicklung.

Auch wenn die Cloud keine neue Idee ist, hätte sich wohl niemand vor ein paar Jahren gedacht, in wie weit diese in unsere Privatsphäre einschneidet und somit zum gläsernen Menschen führt. Spähdienste, Regierungseinrichtungen und Hacker können detailgetreue Profile von Einzelpersonen erstellen und diese Infos für kommerzielle Zwecke und auch gegen die betroffene Person verwenden.

Anbieter von Cloudservices gibt es ohne Ende. Zu den bekanntesten zählen Google, Apple, Microsoft oder die Telekom. Viele bieten diese „neuen“ Onlinespeicherdienste an, was aber der Datenschutz angeht, haben viele Anbieter noch sehr grossen Nachholbedarf.

Mittlerweile haben auch die modernen Smartphones Ihre eigenen Cloud-Services entwickelt. D.h. Benutzen Sie ein Android-Smartphone, werden Ihre Daten in der Google-Wolke abgespeichert, in der Cloud von Microsoft werden die Daten von Windows-Phone 8 Nutzer gespeichert. Die Applenutzer können theoretisch selber bestimmen, ob und welche Daten in der iCloud gespeichert werden, doch kennen die wenigsten die Möglichkeiten zum Löschen der Daten aus der iCloud. Vor allem ein definites Löschen, das über das Entfernen aus dem iCloud Benutzerkonto hinausgeht, erweist sich als kompliziert und zum Teil unmöglich.

Beachten sollten alle User von Cloud Diensten, dass hinter der praktischen Wolke die Firma und die Regierung Einsicht auf Ihre Daten haben.

Bevor wir den Teufel an die Wand malen. Nicht überall ist die Benutzung der Cloud undurchsichtig. Benutzen Sie zum Beispiel Flickr, Picasa, YouTube um Fotos oder Videos hochzuladen, werden Ihre gesamten Daten ebenfalls in die Cloud mit aufgenommen, allerdings dienen diese Portale den Zweck des Veröffentlichens von vorab ausgewählten Daten, sei es aus beruflichen oder auch aus privaten Gründen.

Sicherheits-Risiken in der Cloud

  • Die fast unmögliche Lokalisierung der Daten in der Cloud und der Kontrollverlust über die privaten, eingeschränkt öffentlichen und komplett öffentlichen Daten.

  • Das vollständige Löschen von Daten auf allen Plattformen und Datenbanken der Cloud ist hier fraglich, da die Lokalisierung der Daten nur schwer möglich ist.

  • Bei unüberlegte Absicherung in den besagten Plattformen und Datenbanken besteht die Gefahr, dass unautorisierte Personen auf diese Daten zurückgreifen können.

  • Da in jedem Land andere Rechtsbestimmungen gelten, ist die Erfüllung aller gesetzlicher Anforderungen ein wichtiger Bestandteil bei der Nutzung von Public Cloud Leistungen- Außerdem ist es nicht ganz ersichtlich, in welchen Ländern, Rechenzentren, auf welchen Servern und mit welcher Software die Daten gespeichert und verarbeitet werden.

  • Die meisten Provider haben mehrere Rechenzentren, da ist die Wahrscheinlichkeit bei einer Insolvenz groß, dass die Daten an andere Provider verkauft werden.

  • Das sind nur wenige Beispiele der Sicherheitsrisiken in der Cloud. Wir empfehlen Ihnen, gewisse Sicherheitsmaßen bei der Benutzung von verschiedenen Cloud-Anbieter einzuhalten. Denn alles was noch nicht in der Cloud ist, können Sie jetzt vorab noch schützen.

    Kann ich meine Daten verschlüsselt abspeichern?

    Ganz im Gegensatz zu den eher lockeren, amerikanischen Datenschutzgesetzen, genießen wir hier in Europa, noch ein etwas mehr Privatsphäre. Aber wie die aktuellen Geschehnisse zeigen, ist in der Theorie zwar alles schön und gut, schlussendlich bleibt jedoch auch bei uns nicht mehr viel davon übrig.

    Äußerst interessant und lesenswert ist der Bericht von Stiftung Warentest, der 13 Online Speicherdienste geprüft hat. Und, unabhängig davon ob es sich um amerikanische oder europäische Dienste handelt, hat laut Stiftung Warentest ist im Bereich Sicherheit und Datenschutz keiner besser als mit „Befriedigend“ benotet worden. Wie kann man sich also schützen?

    Zwei erwähnte Tools, die zusätzlichen Schutz versprechen nennen sich Boxcryptor und Cloudfogger. Damit haben Sie die Möglichkeit Ihre Daten vor der Speicherung zu verschlüsseln. Die verschlüsselten Daten werden in einem Extraordner gespeichert und diesen verschließen sie mit einem eigens erstellten Schlüssel.

    Das sind zwei der noch raren Möglichkeiten, Ihre persönlichen Daten mit einem mehr oder minder gutem Gewissen in die Wolke zu beamen.

    Wenn man jedoch die Entwicklung der letzten Jahren genau unter die Lupe nimmt, wird es auch für diese Anbieter schwer werden, die Privatsphäre anderer Menschen mit Ihrem „eigens erstellten Schlüssel“ zu schützen, vor allem wenn Hackerschwadronen der verschiedenen Regierungen hinter jeder LOLCat eine terroristische Bedrohung vermuten und mit genau diesem Argument sich die Freiheit nehmen jeden Einzelnen bis aufs Mark zu durchleuchten.

    Die Trendwende?

    Absolut! Nach der NSA-Skandal macht es sich bemerkbar, dass viele Internetnutzer viel vorsichtiger sind im Umgang Ihrer Daten. Ganz groß im Trend ist gerade das anonyme Surfen. Die Piraten-Partei organisiert regelmässig Ihre Kryptoparties, bei denen sich die Internetnutzer informieren können, wie Sie Ihre E-Mails und ihr Surfverhalten verschlüsseln können.

    Immer mehr Verbraucher weichen zu noch eher unbekannter Suchmaschinen wie „DuckDuckGo“ aus. Eine gute Alternative zu Google und die Nutzer diese Suchmaschine haben sich im vergangenen Monat mehr als verdoppelt.

    Die amerikanischen E-mail Account Anbieter sind mittlerweile eher am absteigenden Ast. Zumindest die deutschen Bundesbürger weichen mehr zu deutschen Anbieter wie z.B.: 1&1 aus. Die Zahl der Neuanmeldungen steigen stetig.

    Google Dashboard – der Allwissende

    Mit dem Google Dashbord bietet Google einen neuen Dienst an, um transparenter zu agieren. Wenn Sie verschiedene Google Services bisher benutzt haben, werden Sie allerdings erstaunt sein, wie viel Google tatsächlich über Sie weiß. Dabei werden die in den unterschiedlichen Google-Diensten wie z.B.: Blogger, Google Alerts, Kalender, Mail, Reader, Talk, iGoogle, Kontakte Text&Tabellen ( auch unter Google Doc bekannt ) und ebenfalls zum eigenen Google-Konto und –Profil Daten aufgenommen. Schlussendlich kennt Sie Goolge besser als ihr/e Partner/-in, ihr bester Freund oder Ihre beste Freundin.

    Sie finden das neue Google Dashboard in der linken Menüleiste, wenn Sie sich mit Ihrem Google Konto angemeldet haben: Google Dashboard

    Fazit und Grundregeln für die Nutzung der Cloud

    Grundsätzlich ist davon abzuraten, private Notizen, Bilder, Termine, etc. die vor allem auch privat bleiben sollten, in der Cloud zu speichern.

    Es gibt auch ein paar Dinge, die man sich vor der Benutzung der Cloud fragen sollte. Benötigt man die Daten tatsächlich in der Cloud, oder kann man darauf auch verzichten? Gibt es nicht auch andere Möglichkeiten, die Daten zu speichern? Ist die Rückkehr zu einem USB Stick oder das Einrichten einer privaten Cloud eine Möglichkeit?

    Zu guter Letzt hier noch ein paar Grundregeln für die Nutzung der Cloud, wenn man darauf nicht verzichten möchte:

  • Sichere Passwörter verwenden

  • Passwörter regelmässig ändern

  • Eher auf deutsche oder europäische Anbieter zurückgreifen

  • Von zentralisierten Lösungen wie Google absehen und besser verschiedene, kleine Anbieter nutzen

  • Die Daten nur verschlüsselt hochladen

  • Telefonate über das Internet nur verschlüsselt führen

  • Privates Browsen um die Spuren im Internet zu verwischen

  • Sensible persönliche oder betriebliche Daten gehören besser nicht in die Cloud!

  • Stiftung Warentest Online Speicherdienste im Vergleich:

    Eine kurzer Überblick:

    testergebnisse onlinespeicherdienste
    Quelle: http://www.bz-berlin.de/multimedia/archive/00437/cloud_43721328.jpg

    Den kompletten Test von Stiftung Warentest gibt es hier nachzulesen: Testergebnisse für Onlinespeicherdienste

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